Geschichte des Zeckendrehers, Teil I – Aus der Not geboren

Die Entstehung des Zeckendrehers in den Worten des Entwicklerteams:

Eine Notsituation brachte im Frühjahr 2018 die Entwicklung des Zeckendrehers ins Rollen:

Dem Gott sei Dank folgenlosen Abriss einer etwa 1,0 mm kleinen Zecken-Nymphe hinter dem Ohr unserer damals 5-jährigen Tochter ist es zu „verdanken“, dass es heute für die Zeckenentfernung ein angst- und stressfreies Handgerät, basierend auf einem aus der Natur beobachteten Phänomen, gibt.

Das Leid, verbunden mit Tränen und Schweiß während und nach der missglückten Zeckenentfernung mit herkömmlichen Hilfsmitteln war damals groß und die lange Zeit der Verheilung lästig. Der Stechapparat der Zecke steckte nämlich noch sichtbar in der Haut unserer Tochter und eiterte im Verlauf von etwa drei Monaten teils schmerzhaft heraus.

Der nach dem Vorfall aufgesuchte Arzt versuchte uns mit beruhigenden Worten zu erklären, dass ein Abriss des Zeckenkörpers gerade bei winzigen Zecken sehr oft vorkommt und dies auch Ärzten passieren kann, da es leider keine Alternative zum Ziehen gibt. Diese Aussage gab uns zu denken…

Das war aber noch nicht die schlimme Nachricht: Weiter fanden wir an diesem Tag noch heraus, dass durch das Quetschen und durch Zeckenabrisse vermehrt Krankheitserreger in den Wirt gelangen können.

Weil wir oft in der Natur bzw. im Freien (Garten, Wald und Wiesen) sind und sich diese Notsituation nicht wiederholen sollte, fanden wir von diesem Moment an keine Ruhe mehr. Es muss doch, insbesondere für die Zeckenentfernung bei Kindern, eine andere „Lösung“ geben!

Zunächst zur aktuellen Zecken-Situation

Nicht nur die seit Jahren stetig steigenden Infektionszahlen bei Menschen und Haustieren durch Zeckenstiche[1] und die ständig zunehmende Zahl an Risikogebieten[2] weit über Deutschlands Grenzen hinaus sind alarmierend.

Auch die Tatsache, dass es für Menschen sehr schwierig und in Bezug auf Infektionen auch sehr riskant ist, eine winzige, in der Haut verankerte Zecke mit einem starren Greif- oder Hebelwerkzeug ohne Abriss oder gefährliche Quetschung vollständig aus der Haut zu entfernen, ließ uns insbesondere auch als Eltern keine Ruhe.

Weiter ist das immense Größenverhältnis zwischen einer Larve oder einer Nymphe und herkömmlichen Hilfsmitteln (Pinzetten, Zangen, Karten, Haken, Greifer oder Schlingen) gewaltig. Hier verwirren zusätzlich die unrealistischen Bilder im Internet mit den teils übergroßen oder karikierten Zecken.

Abgesehen davon setzen, bei oft tief in die weiche Haut von Mensch und Tier eingetauchten Zecken, alle bisherigen Vorrichtungen im Bereich der Speicheldrüsen und der vorderen Darmgegend direkt über dem Stechapparat der Zecke an. Genau hier aber trägt doch die Zecke nach unseren Recherchen die eventuellen Krankheitserreger (Viren und Bakterien). Mikroskopische Filmaufnahmen beweisen eindrucksvoll den durch Druck ausgelösten, vermehrten Speichelfluss und eine zusätzlich noch stärkere Verankerung der Stechwerkzeuge (Cheliceren) der Zecke in der Wunde bei Zug.

Eine Zeckenentfernung ist somit unter gleichzeitiger Einhaltung der Empfehlungen z.B. des RKIs, den Zeckenkörper möglichst knapp über der Haut von keiner Seite über Gebühr zu quetschen und ihn dann gleichmäßig ohne Druck senkrecht nach oben zu ziehen, unmöglich realisierbar und absolut widersprüchlich. Wie soll man denn vorsichtig ziehen, ohne zu quetschen?

Eine harte und mühsame Recherche

Zu Beginn unserer Reise in die Zeckenwelt informierten wir uns im Internet über verschiedenste wissenschaftliche Studien, suchten Literatur zum Thema und weitere Möglichkeiten, wie man eine Zecke ohne aktive Krafteinwirkung auf deren Körper aus der Haut lösen kann. Wir erforschten die Entwicklungsstadien der verschiedenen Zecken, ihre Anatomie, ihr Verhalten, ihre Gewohnheiten und vor allem ihr Stechverhalten am Wirt.

Wir fanden weltweit keine Möglichkeit zur Zeckenentfernung, welche uns zufrieden gestellt hat!

An dieser Stelle begann die Geschichte des Zeckendrehers…

In „Teil II – Inspiriert aus der Natur“ berichtet der Erfinder des Zeckendrehers über die mühsame Entwicklungszeit und die besonderen Funktionen des Zeckendrehers.

 

[1] RKI – FSME – Zahl der FSME-Erkrankungen in aktueller Zeckensaison höher als in den Vorjahren, (letzter Zugriff: 10.06.2021)

[2] RKI – Archiv 2021 – FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2021), (letzter Zugriff: 10.06.2021)