Borreliose: Wiederkäuer „desinfizieren“ Zecken

Borreliose-Bakterien sind die in Deutschland am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger. Dabei tragen Zecken im Larvenstadium noch keine Krankheitserreger in sich. Infolge der ersten Blutmahlzeit am Wirt, infizieren sich Zecken und können die Krankheit folglich auch auf Menschen übertragen.

Forscher der Charité untersuchten 2012 die Interaktion zwischen Zecke, Borreliose-Erreger und Wirt. Dabei ging es vor allem darum zu erfahren, was den Erreger effizient oder ineffizient macht. Ihre Erkenntnisse und alles Wichtige rund um das Thema Borreliose erfahrt ihr in diesem Blog-Beitrag!

Was ist Borreliose?

Borreliose ist eine Erkrankung, welche die Haut, das Nervensystem und die Gelenke betreffen kann. Sie ist jedoch im Frühstadium gut mit Antibiotika behandelbar. Einen Impfstoff gibt es für Menschen bislang nicht. Wird die Erkrankung erst spät diagnostiziert, können Borrelien bereits bleibende Schäden wie chronische Gelenkentzündungen oder Herzprobleme verursachen.

Wo befinden sich die Borreliose-Erreger im Zeckenkörper?

Die Erreger befinden sich in der vorderen Darmgegend und den Speicheldrüsen der Zecke, welche direkt über dem Stechapparat der Zecke liegen. Dabei schwankt das Erregervorkommen in Zecken deutschlandweit sehr stark und kann bis zu 30% betragen.

Die Übertragung der Bakterien erfolgt erst einige Stunden nach dem Stich, somit bleibt genügend Zeit für die Zeckenentfernung. Mit dem Zeckendreher werden Zecken möglichst behutsam und sanft, ohne Quetschung und Abriss aus der Haut gelöst, damit die eventuellen Krankheitserreger nicht in die Stichwunde gelangen.

Wie gelangen Borreliose-Erreger in die Zecke?

Zu Beginn ihres Lebenszyklus als Larve befinden sich noch keine Krankheitserreger im Zeckenkörper. Erst infolge der ersten Blutmahlzeit an infizierten Mäusen, Ratten, Eidechsen oder Vögeln gelangt der Erreger in den Körper der Zecke. Danach kann die Zecke Borreliose-Erreger an weitere Wirte, z.B. Menschen oder Hunde weitergeben.

Welche Rolle spielen Wiederkäuer als Wirt?

Die Forscher der Charité konnten in einer Studie feststellen, dass keine der an Wiederkäuern festgesaugten Zecken, Borreliose-Erreger in sich trug. Wenn also Zecken Rinder, Ziegen, Schafe oder Reh- und Rotwild stechen, verlieren sie die Erreger in ihrem Blut. Die Wiederkäuer werden dabei nicht infiziert.

Die Schlussfolgerung der Forscher: „Die Beweidung […] könnte also zu einer erkennbaren Senkung der Borreliose-Zeckenpopulation und der infizierten Zecken führen.“[1]

Wie entferne ich festsitzende Zecken mit dem Zeckendreher?

Das Wichtigste zuerst: Keine Panik und keine Hysterie!

Sie sollten zwar den Zeckendreher zügig zur Hand nehmen, aber dann in aller Ruhe handeln.

Zeckenentfernen ist keine Geschwindigkeitsangelegenheit. Es geht ausschließlich darum, die Zecke möglichst behutsam und sanft, ohne Quetschung und Abriss und ohne Zug und Hebel aus der Haut zu lösen.

Zum Vorgang:

Wählen Sie zunächst je nach Größe der festsitzenden Zecke den passenden Spezialaufsatz und platzieren sie diesen auf der Antriebsachse. Schieben Sie die Führungshülse nach vorne und bringen Sie den Zeckendreher senkrecht auf der entsprechenden Stelle in Position.

Damit die Zecke mit dem Spezialaufsatz richtig umschlossen und gedreht werden kann, muss sie ggf. vorsichtig senkrecht aufgerichtet werden. Dies ist bei jeder Zecke ob groß oder klein der Fall, die flach auf der Haut aufliegt. Hierzu kann der Spezialaufsatz selbst oder auch die Zentrierhülse verwendet werden.

Die Führungshülse gewährleistet, dass die Zecke bei der Entfernung nicht gequetscht wird, wodurch das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird.

Nun können Sie den Zeckendreher mit einem Knopfdruck starten.

Sollte die Zecke nach dem ersten Versuch noch nicht losgelassen haben, muss der Vorgang so oft wiederholt werden, bis die Zecke durch Rotation gelöst wurde. Sie können den Vorgang jedoch in Ruhe und vollkommen stressfrei wiederholen, da die Zecke dabei nicht gequetscht wird. Je nach Stichstelle, Hautdicke und Zeckenart kann die Entfernung unterschiedlich lange dauern.

Die Zecke wird vollständig und unversehrt entfernt. Dieses Entfernungsverfahren stellt für die Zecke keine Stresssituation da. Sie krabbelt ohne Schutzhaltung weiter.

Jetzt müssen Sie die Einstichstelle noch desinfizieren und in den kommenden Tagen beobachten.

Sollte in der Situation kein Desinfektionsspray zur Hand sein oder der Stich im Nachhinein jucken, hilft auch gerne etwas Speichel auf der Wunde lindernd und antiseptisch.

In unserem Anwendungsvideo auf der Startseite können Sie sich die oben genannten Schritte nochmals ansehen.

Welche Vorteile bietet die Entfernung mit dem Zeckendreher?

  • sanfte Entfernung der Zecke (besonders wichtig bei empfindlicher Kinderhaut)
  • Führungshülse verhindert gefährliche Quetschungen der Zecke
  • die Zecke wird ohne Rückstände gelöst
  • ihr kommt mir der Zecke nicht in Berührung
  • der Zeckendreher entfernt die Zecke kinderleicht und automatisch
  • schmerzfreie Zeckenentfernung
  • Kinder haben keine Angst vor der Zeckenentfernung

 

Unter der Rubrik FAQ finden Sie viele weitere Informationen rund um die Themen Zeckendreher, Wissenswertes zu Zecken und Zecken bei Tieren sowie spezielle Hinweise zum Entfernen besonders großer Zecken.

 

[1] SozDia: Wir erforschen Zecken! (letzter Zugriff: 02.08.2021)

 

Quellen:

RKI – FSME – Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion (letzter Zugriff: 02.08.2021)

SozDia: Wir erforschen Zecken! (letzter Zugriff: 02.08.2021)