Zecken im Garten

Um sich wirksam vor Infektionskrankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose zu schützen ist es u.a. wichtig sich über Zecken und ihren Lebensraum zu informieren. Dabei stellt man schnell fest, dass sich Zecken nicht nur in hohem Gras und im Waldgebiet aufhalten, sondern durchaus auch im heimischen Garten, im Stadtpark, am Sport- oder Golfplatz und im Freibad vorkommen.

In einer Studie konnten die Forscher der Universität Hohenheim die wichtigsten Fragen rund um das Thema Zecken im Garten beantworten. In diesem Blogbeitrag fassen wir ihre Erkenntnisse für euch zusammen!

Wie ist die Studie aufgebaut?

Beginn der Studie war der August 2014. Zweimal im Monat haben die Forscher mit weißen Tüchern in ca. 60 Gärten Rasenflächen und Hecken abgestreift. Bei den so gesammelten Zecken wurden die Art und die eventuellen Krankheitserreger im Zeckenkörper bestimmt.

Auch die Gärten wurden hinsichtlich dem Zustand, der Entfernung zum Wald und der Zahl an gesichteten Haus- und Wildtieren bewertet.

2015 stellte Frau Prof. Dr. Mackenstedt die Ergebnisse vor. In einer Pressemitteilung berichtete die Universität Hohenheim davon.

Welche Ergebnisse hat die Studie gezeigt?

Jeder untersuchte Garten war von Zecken betroffen. Dabei war es gleichgültig ob der Garten sich nahe am Waldrand befand oder ob er besonders gut gepflegt war.

Die Vermutung der Forscher: Wild- und Haustiere tragen die Zecken über weite Strecken hinweg bis in den heimischen Garten. Dabei spielen insbesondere Vögel, Igel, Mäuse und Katzen eine entscheidende Rolle. Trotzdem ist die Zeckenmenge höher, desto näher der Garten an einem Wald liegt.

Außerdem konnten die Wissenschaftler feststellen, dass die Zecken nicht zwangsläufig gleichmäßig über den Garten verteilt sind, sondern z.B. nur auf einzelnen Büschen oder Flecken vorkommen.

Die Tatsache, dass neben adulten Zecken auch Larven gefunden wurden, spricht dafür, dass es sich auch um etablierte Zeckenpopulationen handelt.

Welches Fazit ziehen die Wissenschaftler?

Nach Meinung der Forscher, sei es wichtig sich gegen FSME impfen zu lassen, wenn man sich viel in der Natur aufhalte. Außerdem seien Zecken selbst für die Wissenschaftler unberechenbar, denn diese kommen mittlerweile nicht nur im Sommer, sondern das gesamte Jahr über vor.

In meinem Garten sind Zecken – Was kann ich tun?

Zecken mögen keine sonnendurchfluteten Gärten. Ihr größter Feind ist die Trockenheit. Daher ist es für die Bekämpfung der Parasiten gut, Sträucher und Stauden regelmäßig zu schneiden. Außerdem sollte man den Rasen kontinuierlich mähen und die gesamte Saison über kurzhalten. Ebenso ist es wichtig das Laub nicht auf dem Boden liegen zu lassen, da sich die Zecken dort verstecken und überwintern.

Wird im Garten ein „Zeckennest“ mit hunderten Larven entdeckt, ist der gesamte Bereich großräumig zu meiden. Hier sollte unter Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz etwaiger Kinder Insektenvernichtungsmittel gesprüht werden. Die Larven sind zwar nahezu unsichtbar winzig aber unglaublich schnell am Körper und stechen rapide.

Ein vollgesogenes, dickes Weibchen im Garten oder im Rasen, wurde vermutlich gerade erst abgeworfen und steht kurz vor dem Ablaichen. Diese Zecke ist zwar im Moment ungefährlich, sollte aber schleunigst aus dem Garten entfernt werden um die Etablierung einer Zeckenpopulation zu vermeiden.

Wie beseitige bzw. mache ich eine Zecke unschädlich?

Am besten mit Feuer. Hierzu reicht z.B. ein kurzes ansengen am Stechapparat der Zecke mit einem Feuerzeug oder einem Streichholz aus. Ihr Kopfbereich ist sehr feuerempfindlich und nach einem kurzen Feuerstoß bereits zerstört.

Achtung: Eine Zecke, egal in welcher Größe, sollte NICHT zwischen den Fingernägeln zerdrückt werden. Dadurch würden eventuelle im Zeckenkörper befindliche Erreger auf ihre Finger und unter die Nägel gelangen. Sie laufen Gefahr, sich selbst zu infizieren, wenn diese danach dann z.B. in oder an den Mund, die Nase oder die Augen geraten.

Wie entferne ich festsitzende Zecken mit dem Zeckendreher?

Das Wichtigste zuerst: Keine Panik und keine Hysterie!

Sie sollten zwar den Zeckendreher zügig zur Hand nehmen, aber dann in aller Ruhe handeln.

Zeckenentfernen ist keine Geschwindigkeitsangelegenheit. Es geht ausschließlich darum, die Zecke möglichst behutsam und sanft, ohne Quetschung und Abriss und ohne Zug und Hebel aus der Haut zu lösen.

Zum Vorgang:

Wählen Sie zunächst je nach Größe der festsitzenden Zecke den passenden Spezialaufsatz und platzieren sie diesen auf der Antriebsachse. Schieben Sie die Führungshülse nach vorne und bringen Sie den Zeckendreher senkrecht auf der entsprechenden Stelle in Position.

Damit die Zecke mit dem Spezialaufsatz richtig umschlossen und gedreht werden kann, muss sie ggf. vorsichtig senkrecht aufgerichtet werden. Dies ist bei jeder Zecke ob groß oder klein der Fall, die flach auf der Haut aufliegt. Hierzu kann der Spezialaufsatz selbst oder auch die Zentrierhülse verwendet werden.

Die Führungshülse gewährleistet, dass die Zecke bei der Entfernung nicht gequetscht wird, wodurch das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird.

Nun können Sie den Zeckendreher mit einem Knopfdruck starten.

Sollte die Zecke nach dem ersten Versuch noch nicht losgelassen haben, muss der Vorgang so oft wiederholt werden, bis die Zecke durch Rotation gelöst wurde. Sie können den Vorgang jedoch in Ruhe und vollkommen stressfrei wiederholen, da die Zecke dabei nicht gequetscht wird. Je nach Stichstelle, Hautdicke und Zeckenart kann die Entfernung unterschiedlich lange dauern.

Die Zecke wird vollständig und unversehrt entfernt. Dieses Entfernungsverfahren stellt für die Zecke keine Stresssituation da. Sie krabbelt ohne Schutzhaltung weiter.

Jetzt müssen Sie die Einstichstelle noch desinfizieren und in den kommenden Tagen beobachten.

Sollte in der Situation kein Desinfektionsspray zur Hand sein oder der Stich im Nachhinein jucken, hilft auch gerne etwas Speichel auf der Wunde lindernd und antiseptisch.

In unserem Anwendungsvideo auf der Startseite können Sie sich die oben genannten Schritte nochmals ansehen.

Welche Vorteile bietet die Entfernung mit dem Zeckendreher?

  • sanfte Entfernung der Zecke (besonders wichtig bei empfindlicher Kinderhaut)
  • Führungshülse verhindert gefährliche Quetschungen der Zecke
  • die Zecke wird ohne Rückstände gelöst
  • ihr kommt mir der Zecke nicht in Berührung
  • der Zeckendreher entfernt die Zecke kinderleicht und automatisch
  • schmerzfreie Zeckenentfernung
  • Kinder haben keine Angst vor der Zeckenentfernung

 

Unter der Rubrik FAQ finden Sie viele weitere Informationen rund um die Themen Zeckendreher, Wissenswertes zu Zecken und Zecken bei Tieren sowie spezielle Hinweise zum Entfernen besonders großer Zecken.

Quelle: PM Detailansicht: Universität Hohenheim (uni-hohenheim.de) (letzter Zugriff: 17.06.2021)