Zeckenstiche bei Haustieren

Zeckenstiche bei (Haus)tieren sind ein leidiges aber überaus wichtiges Thema, denn insbesondere Hundebesitzer wissen wie schnell sich ihr Liebling die Parasiten einfangen kann.

Daher gehen wir in diesem Beitrag auf alles Wichtige zum Thema Zeckenstiche bei (Haus)tieren ein!

Wo kann mein Haustier Zecken abstreifen?

Zecken leben bevorzugt am Waldrand, an Waldlichtungen, Waldwegen und Hecken in Laub- und Mischwäldern. Außerdem befinden sich Zecken gerne an niedrigen Sträuchern (z.B. Farne und Blaubeeren) und Büschen, sowie in hohem Gras und Buschland. Jedoch sind Zecken auch in (Stadt)parks und Gärten zu finden. Sie können sogar bis 2.000 Meter über dem Meeresspiegel überleben.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen. Die meisten Zecken sind auf einer Höhe von knapp einem Meter oder darunter zu finden. Dort warten die Lauerzecken auf Gräsern oder im Gebüsch, bis ein Wirt sie im Bruchteil einer Sekunde abstreift und halten sich dann fest.[1]

Insbesondere Hunde streifen Zecken oft ab, da sie bei Spaziergängen durchs Gelände laufen und dabei auch gerne ins Unterholz gehen oder im dichten Gebüsch stöbern. Daher ist es zur Vorbeugung von Zeckenstichen hilfreich, den Hund nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken abzusuchen.

Welche Krankheiten können Zecken auf Haustiere übertragen?

Zecken können verschiedene Infektionskrankheiten auf (Haus)tiere übertragen. Dazu gehören z.B. Anaplasmose, Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Krim-Kongo-Fieber.

In unserem Beitrag „Von Zecken auf Tiere übertragene Erkrankungen“ finden Sie nähere Informationen zu den einzelnen Krankheiten.

Wie ernst ist die Gefahr für mein Haustier?

Hunde sind eher als Katzen von den oben genannten Krankheiten betroffen. Insbesondere Babesiose (auch „Hundemalaria“ genannt) ist für Hunde eine ernstzunehmende Krankheit. Hunde erkranken eher selten an FSME. Tritt dieser Fall jedoch ein, kann es zu schweren Verläufen kommen. Für Hunde gibt es bislang keinen Impfstoff gegen FSME.[2]

Für Katzen hat ein Zeckenstich in Deutschland durch heimischen Zecken kaum Folgen. Es kann zu einer Entzündungsreaktion kommen, die in der Regel unproblematisch und behandelbar ist. Trotzdem können immungeschwächte Tiere an den oben genannten Infektionskrankheiten erkranken.[3]

Bisher gibt es noch keine bekannten Fälle von Krankheitsübertragung durch Zecken bei Kaninchen. Somit sind Zeckenstiche bei Kaninchen eher unangenehm als gefährlich.[4]

Für Pferde können Zeckenstiche durchaus gesundheitsgefährdend sein. Experten gehen davon aus, dass eine Borreliose-Infektion in vielen Fällen ohne Symptome verläuft, denn gesunde Pferde können diese Krankheit oftmals durch ihre körpereigene Abwehr bekämpfen. Seit einiger Zeit gibt es für Pferde eine Borreliose-Impfung als Schutz. Eine FSME-Erkrankung tritt bei Pferden eher selten auf. Jedoch verläuft die Krankheit bei den Huftieren meist schwer und kann tödlich enden.[5]

In den letzten Jahren wurde immer häufiger die sogenannte tropische Jagdzecke (Hyalomma-Zecke) gefunden. Diese ist insbesondere für Warmblüter, also auch Pferde eine Gefahr. Man geht davon aus, das die aus den südlichen Regionen Europas und Afrika stammende Zecke von Zugvögeln eingeschleppt wurde. Die Jagdzecke kann gefährliche Krankheiten wie das Krim-Kongo-Fieber oder Fleckfieber übertragen.[6]

Wohin stechen Zecken bevorzugt?

Zecken stechen bevorzugt an Stellen mit dünner Haut und wenig Fell. Außerdem befinden sich Zecken oft an Hautstellen, an denen das Tier selbst nicht hinkommt, da sie dort ungestört Blut saugen können.

Zu diesen Stellen gehören insbesondere der Kopf, das Kinn (Schnauze), die Ohren (auch Innenseite), der Hals, der Bauch, der Zwischenzehenbereich sowie die Schenkelinnenseiten.

Mein (Haus)tier hat eine Zecke – Wie entferne ich eine Zecke mit dem Zeckendreher?

Das Wichtigste zuerst: Keine Panik und keine Hysterie!

Sie sollten zwar den Zeckendreher zügig zur Hand nehmen, aber dann in aller Ruhe handeln.

Zeckenentfernen ist keine Geschwindigkeitsangelegenheit. Es geht ausschließlich darum, die Zecke möglichst behutsam und sanft, ohne Quetschung und Abriss und ohne Zug und Hebel aus der Haut zu lösen.

Zum Vorgang:

Wählen Sie zunächst je nach Größe der festsitzenden Zecke den passenden Spezialaufsatz und platzieren sie diesen auf der Antriebsachse. Schieben Sie die Führungshülse nach vorne und bringen Sie den Zeckendreher senkrecht auf der entsprechenden Stelle in Position.

Damit die Zecke mit dem Spezialaufsatz richtig umschlossen und gedreht werden kann, muss sie ggf. vorsichtig senkrecht aufgerichtet werden. Dies ist bei jeder Zecke ob groß oder klein der Fall, die flach auf der Haut aufliegt. Hierzu kann der Spezialaufsatz selbst oder auch die Zentrierhülse verwendet werden.

Die Führungshülse gewährleistet, dass die Zecke bei der Entfernung nicht gequetscht wird, wodurch das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird.

Nun können Sie den Zeckendreher mit einem Knopfdruck starten.

Sollte die Zecke nach dem ersten Versuch noch nicht losgelassen haben, muss der Vorgang sooft wiederholt werden, bis die Zecke durch Rotation gelöst wurde. Sie können den Vorgang jedoch in Ruhe und vollkommen stressfrei wiederholen, da die Zecke dabei nicht gequetscht wird. Je nach Stichstelle, Hautdicke und Zeckenart kann die Entfernung unterschiedlich lange dauern.

Ebenso kann man an schwierigen Stichstellen, z.B. in Hautfalten auch ohne Zentrierhülse arbeiten. Dies erfordert aber besondere Präzision und besonderes Geschick. Achten Sie darauf, dass die Zecke mindestens dreimal gedreht werden muss!

Die Zecke wird erst dann vollständig und unversehrt entfernt. Dieses Entfernungsverfahren stellt für die Zecke keine Stresssituation da. Sie krabbelt ohne Schutzhaltung weiter.

In unserem Animationsvideo auf der Startseite können Sie sich die oben genannten Schritte nochmals ansehen.

Tipps für die Anwendung des Zeckendrehers bei Haustieren:

  1. Falls Ihr Tier dichtes Fell hat, können Sie dieses mit etwas Wasser um die Zecke herum glattstreichen, damit die Stichstelle mit der Zecke möglichst frei liegt und die Haare sich nicht im Spezialaufsatz verfangen.
  2. Damit die Zecke sich rückstandslos aus der Haut löst, sind mindestens drei vollständige langsame Umdrehungen der Zecke nötig. Dies kann sehr schnell im ersten Intervall geschehen oder aufgeteilt in mehreren Intervallen. Die Speicheldrüsen der Zecke werden durch die Rotationen ohne Zug und Hebel nicht gequetscht.
  3. Haben Sie Geduld. Die Zecke braucht auch in der Natur etwas Zeit und Bewegung, um ihren Stechrüssel (Hypostom) aus dem Wirt zu lösen. Der Zeckendreher imitiert dieses Verhalten durch Rotation der Zecke.

 

 Unter der Rubrik FAQ  finden Sie viele weitere Informationen rund um die Themen Zeckendreher, Wissenswertes zu Zecken und Zecken bei Tieren sowie spezielle Tipps für die Zeckenentfernung bei Tieren.

 

[1] RKI – FSME – Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion (letzter Zugriff: 16.06.2021)

[2] Zecken bei Hunden: Schutz und Entfernung • zecken-stich.ch (letzter Zugriff: 16.06.2021)

[3] Zecken bei Katzen: Schutz und Entfernung • zecken-stich.ch (letzter Zugriff: 16.06.2021)

[4] Milben, Zecken, Flöhe & Co. (kaninchenwiese.de) (letzter Zugriff: 16.06.2021)

[5] Zecken bei Pferde: Schutz und Entfernung • zecken-stich.ch (letzter Zugriff: 16.06.2021)

[6] Hyalomma: Zeckenforschung in Hohenheim (uni-hohenheim.de) (letzter Zugriff 21.06.2021)